Ramin Dänzer

 

Die Bildhauerei begann für mich mit der Suche nach der Zukunft. Manchmal findet man in seinem Leben den Beruf, manchmal findet der Beruf, oder sogar die Berufung einem jedoch zuerst.
Meine Suche war lang und schwierig…doch fand mich mein Beruf mit einem Schlag schneller als ich es je gedacht hätte. Und somit begann mein steiniger Weg in die Bildhauerei.
Nach der in der Schweiz üblichen Ausbildungszeit von 4 Jahren, mit seinen Höhen und Tiefen, trennten sich meine Wege von dem bisher Gekannten. Ich entdeckte andere Berufe, andere Anforderungen, andere Grenzen und andere Möglichkeiten. Nach dem kurzen Ausflug im Dienste der Armee liess ich mir Zeit meinen weiteren Weg zu erkennen, zu sehen wohin er führt, wann er mich dorthin führt…und wieso.
Der Tag der Entscheidung fiel, und es musste zugunsten oder gegen das Erlernte entschieden werden. Wie Sie heute erahnen können, fiel die Entscheidung zugunsten der Bildhauerei und wurde durch den Schritt in die Selbstständigkeit gefestigt. Auf dem neuen, nicht weniger steinigen Weg begleiteten mich jedoch immer wieder auch Ausflüge in andere berufliche Gefilde (Z. B. Lehrer, Gartenbauer, Jugendbetreuung).

Wie der Baum der mir von einem befreundeten Paar zur Eröffnung geschenkt wurde, wuchs mein Geschäft langsam, und dergleichen wuchs auch ich. Das Erlernte wurde vertieft, sich ausgetauscht, Neues dazu gelernt, Altes verworfen. Die Reise beinhaltet auch die Veränderung der Motive und der Techniken…sozusagen eine Veränderung der persönlichen Epochen. Von den Wikingermotiven zur Anatomie, freie Plastik, Themenwerke, bis hin zu den reduzierten, vereinfachten Formen, Gefühlsumsetzungen und Gruselfiguren.
Die Herausforderung des Unbekannten, Schwierigen, oder gar nach altem Bildhauerjargon „ nicht steingerechten!“ fasziniert jedes Mal von Neuem, lockt, verführt, und regt an, erweitert den Horizont.

Und die Reise ist noch längst nicht zu Ende…